Am 18.05. war ich an der Sekundarschule „Institut Jaume Balmes“ – einer lichtdurchfluteten Schule mitten im Herzen Barcelonas mit etwa 600 Schülerinnen und Schülern. Für eine Woche hatte ich dort die Möglichkeit, den spanischen Unterrichtsalltag kennenzulernen.
Der Schultag begann um 8 Uhr und endete je nach Stundenplan gegen 14:30 Uhr, wobei eine Unterrichtsstunde jeweils 60 Minuten umfasste. Mein erster Schultag verlief jedoch etwas anders als erwartet – er begann direkt mit einem Lehrerstreik: weniger Lehrkräfte, weniger Schülerinnen und Schüler, aber dafür auch ein sehr ehrlicher Blick darauf, wie das System gerade funktioniert. Vieles davon kommt einem bekannt vor – große Klassen, viel Arbeit und das Thema fehlende finanzielle Unterstützung.
Trotzdem war die Stimmung von Anfang an offen und entspannt. Schon am ersten Tag ergaben sich schöne Gespräche mit einigen Schülerinnen, die Deutsch lernen. Gemeinsam spielten wir Bingo mit deutschen Zahlen und ich konnte mir viele Tipps für Barcelona abholen – unter anderem auch die sehr wichtige Erkenntnis, dass man Flip-Flops eher dem Touristenstatus zuordnet.



Im Laufe der Woche bekam ich immer mehr vom Unterrichtsalltag mit. Besonders gut gefallen hat mir der Deutschunterricht. Neben Deutsch werden hier auch Italienisch, Französisch und Englisch als Fremdsprachen unterrichtet – es gibt also viele sprachliche Möglichkeiten. Im Deutschunterricht wird in kleinen Gruppen gearbeitet, da die Sprache bisher nur von wenigen Schülerinnen und Schülern gewählt wird. Der Unterricht ist kreativ gestaltet: Rollenspiele zu Alltagssituationen und Präsentationen gehören ebenso dazu wie der Einsatz von Filmen. Ein echtes Highlight war dabei „Good Bye, Lenin!“. Die Figuren und Inhalte des Films wurden von älteren Schülerinnen und Schülern präsentiert, wodurch Sprache und Geschichte auf spannende Weise miteinander verbunden wurden.
Ein besonderes Erlebnis war zudem, dass ich spontan mitunterrichten durfte. Thema: Fußball-Vokabeln. Auf die Frage nach meiner Lieblingsmannschaft musste ich leider passen und habe stattdessen Werbung für Mainz 05 gemacht. Gemeinsam suchten wir Mainz dann auch auf der Karte.
Was mir besonders auffiel: Die Schule ist sehr nah an den Interessen der Schülerinnen und Schüler. Ob Sport, Musik oder andere Bereiche – diese werden auch während der regulären Schulzeit bewusst aufgegriffen und in den Schulalltag integriert, beispielsweise auch durch die Zusammenarbeit mit einer Musikschule.
In den Pausen kann man nicht nur auf dem Schulhof sein, sondern auch auf den beiden Balkonen sitzen und das Schulleben beobachten. Dort sieht man auch die Ergebnisse der Garten-AG!
Ich nehme viele schöne Eindrücke – nicht zuletzt wegen der tollen Küche und vermutlich der besten Oliven meines Lebens. Besonders schön war außerdem, unser Erasmus-Plakat an der Schule zu entdecken – ein kleiner Moment, der sich sofort vertraut anfühlte.
Elisabeth Schäfer

